Eine weihnachtliche Tradition: Der Adventskalender

 

 

 

Der gedruckte Adventskalender mit Klapptürchen wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfunden.

 

Aber bereits im 19. Jahrhundert gab es andere Formen: Kerzen hatten eine aufgeklebte Tageszählung und wurden Stück für Stück abgebrannt, die 24 Tage wurden mit Kreide „abgestrichen“ oder abgerissen.

 

Auch Weihnachtsuhren und Weihnachtsleitern mit 24 Stufen waren frühe Formen des Adventskalenders, der übrigens eine evangelische Erfindung ist.

Eine weihnachtliche Tradition: Der Adventskranz

 

 

 

Der Adventskranz entstand im 19. Jahrhundert und hatte ursprünglich 24 Kerzen. Das schloss die Benutzung in Privathaushalten natürlich aus, da ein Tannenkranz für 24 Kerzen eine enorme Größe haben muss.

 

Erst als nicht mehr 23, sondern nur für jeden Adventssonntag eine Kerze genommen wurde, verbreitete sich dieser Brauch in ganz Deutschland, allerdings zunächst in den evangelischen Haushalten.

 

Es dauerte bis nach dem Ersten Weltkrieg zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dass der Adventskranz über die Konfessionen hinweg selbstverständlich wurde.

 

 

Allerdings hängten die Menschen, schon lange bevor es Adventskränze gab, in der kalten Jahreszeit Winterkränze auf. Das waren ursprünglich mit immergrünen Zweigen umwundene Wagenräder, die vom Arbeitswagen des Hofes abmontiert waren und darauf hinwiesen, dass die Arbeit draußen wegen der strengen Kälte ruhte.

 

Eine weihnachtliche Tradition: Der Christbaum

 

Der Christbaum hat seinen Ursprung im immergrünen Paradiesbaum des Paradiesspiels, das in der Kirche am 24. Dezember aufgeführt wurde, um mit der Geschichte von Adam und Eva an die Sündhaftigkeit des Menschen zu erinnern.

 

Das Paradiesspiel war Teil des Krippenspiels, das am 25. Dezember mit der Geschichte um die Geburt Jesu fortgesetzt wurde. Dieser Paradiesbaum, von dem im Spiel der verbotene Apfel gepflückt wurde, erhielt im Laufe der Zeit mehr und mehr Schmuck, vor allem golden und silbern umwickelte Früchte und Nüsse, die Vorgänger der Christbaumkugeln. Im Verlauf des 16. und 17. Jahrhunderts löste sich der Paradiesbaum aus dem Rahmen des Krippenspiels und wurde nach und nach zum mit Süßigkeiten und Kinderspielzeug behängten Gabenbaum.

 

Er hielt im Zuge der Wandlung des Weihnachtsfestes zu einem Familienfest im 18. Jahrhundert auch die einfachen Privathäuser Einzug: zunächst allerdings nur in die evangelischen, als Gegenstück zum katholischen Brauch, Krippen aufzustellen.

 

Ab dem 19. Jahrhundert taucht der Christbaum jedoch auch bei Katholiken auf, bis er zum überkonfessionellen Weihnachtssymbol wird, als das wir ihn heute kennen. Ein Tannenbaum musste der Paradies- bzw. Christbaum nicht immer sein: Auch anderer Gewächse wie Buchsbaum oder Stechpalme symbolisierten  - nicht nur – bei kirchlichen Festen das Leben und die Hoffnung.

 

Erst die Erfindung von Kunstwachskerzen aus Stearin ermöglichte übrigens weiten Bevölkerungsschichten, dem Christbaum zu beleuchten, denn Bienenwachskerzen waren für die meisten Menschen unerschwinglich.

Eine weihnachtliche Tradition: Das Schenken

 

Einen „Kinderbeschenktag“ gab es schon im frühen Mittelalter, allerdings am 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder.

 

Bis ins 14. Jahrhundert hatte sich allerdings aufgrund der Beliebtheit eines Heiligen ein anderer Termin durchgesetzt: Der 6. Dezember als Tag des heiligen Nikolaus, Patron der Kinder, wurde zum Kinderbeschenktag.

 

In manchen Gegenden bekamen allerdings nur die Jungen an Nikolaus Geschenke, die Mädchen am 13. Dezember, Tag der heiligen Lucia. Nach der Reformation wurde in protestantischen Gebieten der 24. bzw. 25. Dezember gegen den Nikolaustag durchgesetzt, weil Heilige als Gnadenbringer und Heiligenfeste abgelehnt wurden.

 

Erst nach 1900 verbreitete sich der Weihnachtstermin nach und nach in ganz Deutschland als Kinderbeschenktag.

 

Dass sich auch erwachsene Familienmitglieder untereinander etwas schenken, steht in Zusammenhang mit der Entwicklung des Weihnachtsfestes zum Familienfest, das frühestens ab dem 18. Jahrhundert Einzug in die Privathaushalte dient.

Eine weihnachtliche Tradition: Der Weihnachtstermin

 

Eigentlicher Feiertag der Geburt Christi ist der 25. Dezember und nicht der 24. Dass wir an Heiligabend feiern und bescheren, geht letztlich auf eine jüdische Sichtweise zurück: Ein neuer Tag beginnt liturgisch mit dem Sonnenuntergang des Vortages.

 

In vielen anderen Ländern wird Weihnachten erst am 25. Dezember gefeiert. Und so wurde es auch im Jahr 831 in Deutschland ursprünglich eingeführt. Die Festlegung des Geburtstermins auf den 25. Dezember war sicherlich kein Zufall: Im Mittelmeerraum galt dieser Tag als Geburtstermin des allseits bekannten und verehrten unbesiegbaren Sonnengottes Mithras.

 

Auch im hiesigen Raum hatte der 25. als besonderer Tag bereits eine lange Brauchtumstradition: Vom 25. Dezember bis zum 6. Januar dauerten nach dem Volksglauben die „rauen Nächte“, eine Zeit, in der böse Dämonen versuchen, den Menschen Unheil zuzufügen, wogegen diese sich durch Ausräuchern von Haus und Hof zu schützen suchten. Kinder und Frauen durften nach Einbruch das Haus nicht mehr verlassen und alles musste peinlich ordentlich sein, denn die Dämonen würden Unordnung bestrafen.